Poetry Slam: Momo

Neulich machte ich eine Entdeckung. Entdeckte und ging in Deckung, denn ich hatte eine Begegnung.

Eine Begegnung mit der Zeit, die wie eine Reise im Uhrwerk kreist, bis ein neuer Augenblick verstreicht.

Ein Augenblick, der in unsere Augen blickt und in der Asche entwischt, denn wir sehen ihn nicht; verstehen ihn nicht.

Wir suchen Alles und finden es im Nichts.

Denn die Realität gibt es nicht. Sie verschwindet im Licht.

In einer gläsernen Kugel, doch sie zeigt uns nichts. Eine gläserne Kugel namens Zeit, die uns mit der Wahrheit beschreit und uns mit der Zeit nicht befreit.

Hält uns fest in einem Raum, doch wir bemerken es kaum. Bemerken uns kaum und verschwinden im Grau.

Das Ticken der Uhr führt uns auf eine falsche Spur; schickt uns mit einer verrückten Art und Weise auf eine Reise. Auf eine Reise voller Hoffnung und Licht.

Denn wir suchen Alles und finden es im Nichts.

Denn unsere Träume existieren nicht. Genieren sich, denn sie realisieren nicht, dass das Nichts in dieser Zeit Alles ist.

Und so atmen wir unsere Träume wie Luft, suchen nach Momenten, als wären sie eine Sucht, leben unser Leben, als wären wir auf der Flucht. Funktionieren als Zahnrad und suchen nach Rat, weil das Grau die Kontrolle hat. Leben im Verrat, denn wir haben keine Zeit für die Zeit. Und der Verlauf der Zeit verläuft sich im Kreis und kreist..

kreist weiterhin um die Asche des Seins.

Auch wenn man den Kreis als Weg versteht, der sich auf einer Ebene bewegt, ist es ein Irrtum, dass dieser Weg vergeht.

Und so gehen wir irrend; den Weg als Kreis verstehend.

Und man läuft, bis man siegt. Und man sieht, wenn man die Zeit wahrnimmt. Denn die Wahrnehmung der Zeit, bestimmt unser Sein. Dabei sind wir so verliebt darin, verrückt zu sein;

zeitlos in der Zeit zu weilen.

Denn Zeit ist Leben und das Leben wohnt im Herzen. Und stimmt es, dass das Leben ewig ist oder doch nur ein einziger Augenblick? Ein Augenblick, doch wir schätzen ihn nicht und verschätzen uns.

Hetzen und setzen unsere Segel.

Denn die Zeit hat eine Regel, die ein Geheimnis ist. Man sieht sie nicht. Man zählt sie nicht und Alles, was nicht zählt, das existiert auch nicht.

Und so klaut uns die Zeit unser Gesicht, das in der Vergangenheit die Wahrheit spricht.. von heute spricht.

Denn unser Zeitdieb ist eigentlich das Nichts, das entsteht und spricht, weil das Ich ihm einen Namen gibt.

Und die Unendlichkeit siegt, da sie endlich ist.. so verständlich ist, dass das Ende gar kein Ende ist.

Weil die Zeit nur einen Anfang setzt  und der Verlauf der Zeit die Freiheit schätzt. Doch der Verlauf der Zeit verläuft sich im Kreis und hört im Uhrwerk auf zu sein.

Doch wir sind so verliebt darin, verrückt zu sein und zeitlos in der Zeit zu weilen,

dass das Ticken verfliegt.

Das Ticken verfliegt und verfolgt unsere Zeit. Die Zeit, die in der Vergangenheit nach Hilfe schreit.

Vergangenes, das uns befreit.

Denn Alles, was uns am Ende noch bleibt… ist das Ende der Zeit.

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